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MIESBACHER MERKUR: LANDRAT: „WIE EIN BELEBENDER FRÜCHTEKORB.“

Schlierseer Kulturherbst: Jubiläumsauflage eröffnet

 

Bereits zum zehnten Mal bringt der Schlierseer Kulturherbst alle Kunstfreunde zusammen. Jetzt wurde die Jubiläumsauflage in der Vitalwelt feierlich eröffnet.

 

Schliersee – Seit zehn Jahren nun ist schon die Eröffnung des Schlierseer Kulturherbstes ein großes Ereignis. Organisatoren, Künstler und Kreative kommen mit Kunstfreunden zusammen, um sich auszutauschen und auch neue, gemeinsame Projekte aufs Gleis zu setzen. Naturgemäß ist der Abend, der immer mit der Eröffnung der großen Kulturherbst-Ausstellung einhergeht, gut besucht. Auch am Donnerstag war es brechend voll, als Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer in der Vitalwelt begrüßte.

 
Kulturherbst in Schliersee zum zehnten Mal feierlich eröffnet. 1476661466-kulturherbst-in-schliersee-zum-zehnten-mal-feierlich-eroeffnet-153pK9XtU8IG
+Eröffnung des Schlierseer Kulturherbst mit der Vernissage der Karl-Jakob-Schwalbach-Retrospektive mit Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer (rechts).

Er erinnerte an die Anfänge, als man nicht wusste, ob die Veranstaltungsreihe eine Eintagsfliege würde oder nicht: „Der Erfolg war nicht vorherzusehen. Aber heute sind wir eine feste Größe im Landkreis und genießen positive Aufmerksamkeit weit darüber hinaus“, sagte Schnitzenbaumer. Wenn der Kulturherbst anfänglich für die Schlierseer gedacht gewesen sei, locke er heute auch Gäste in der Nachsaison. Landrat Wolfgang Rzehak, erneut Schirmherr, lobte vor allem die belebende, schier gesundheitsfördernde Wirkung: „Kunst und Kultur sind für Geist und Seele wie Obst und Gemüse für den Körper. Ohne fehlt einem was und man fühlt sich schlapp.“ Der Kulturherbst sei wie ein großer, bunter und belebender Früchtekorb.

Johannes Wegmann, Initiator, Lokomotive und Mit-Organisator der Kulturreihe, hörte das gerne und betonte, dass es die „Begegnungen mit Menschen“ sind, die ihren Reiz ausmache. Mit Blick auf die weltpolitischen Entwicklungen sorgte Wegmann sich, dass die Freiheit der Meinungsäußerung, der Presse, des Schaffens und der Kultur nicht selbstverständlich und lange nicht so sicher seien, wie bisher gedacht. Umso mehr freute er sich, mit dem Kulturherbstteam erneut ein „Forum des Austausches“ geschaffen zu haben. Auch heuer setzt man dabei auf ein Netzwerk lokaler Künstler und deren Freunde, das mittlerweile bis nach Miesbach, Holzkirchen und Valley reicht.

 

Der Künstler, dessen Werke retrospektivisch in der Einzelausstellung gezeigt werden, ist der deutschlandweit bekannte Karl Jakob Schwalbach von der Anderlmühle im Mangfalltal bei Valley. „Ein Grandseigneur der Bildhauerei“, so Wegmann. Bevor sich die Türen zur Ausstellung, die die Holzkirchner Galeristin Maria Altevers kuratierte, öffneten, würdigte der ehemalige Bezirksheimatpfleger von Oberbayern, Stefan Hirsch, Schwalbachs Leistungen und Wirken.

Mit Blick auf die beiden Stahl-Rösser, die den Kurpark aktuell zum Kunstpark und Skulpturengarten machen und gegen 20.30 Uhr musikalisch untermalt und dramatisch mit Feuerwerk illuminiert wurden, erinnerte Hirsch an Schwalbachs Ross, das in der Münchner Maximilian Straße stand. Überhaupt sprechen seine Werke die Betrachter unmittelbar an. Etwa die „Prozession zwischen den Wellen“, bei der eine dunkle Menschenreihe aus Bronze zwei riesige, silberglänzende Wellen des geteilten Meeres durchschreiten.

Dass sich Schwalbach biblischen Themen („Apokalypse“/Linolschnitte, „Adam und Eva seitwärts sitzend“/Bronce, „Kreuzweg“/Holzschnitt) und damit der Religions-Freiheit und religiös geprägten Kunst des Abendlandes widmet – auch das passt zur zehnten Auflage des Kulturherbstes.

Von Alexandra Korimorth